Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Was gehört auf eine Website? Checkliste für Unternehmen

Eine Website muss in wenigen Sekunden drei Fragen beantworten: Bin ich hier richtig, kann ich diesem Unternehmen vertrauen, und wie geht es weiter? Was dafür auf die Seite gehört und was weg kann, mit einer Checkliste zum Abhaken.

Von TalvesaVeröffentlicht am aktualisiert am

Kurz gesagt

  • In den ersten Bildschirm auf dem Handy gehören drei Dinge: wer Sie sind, was Sie anbieten und wo.
  • Leistungen, Kontakt, Öffnungszeiten und Anfahrt stehen als Text auf der Seite, nicht in einem Bild.
  • Vertrauen schaffen echte Fotos, Menschen mit Namen und Belege wie Referenzen.
  • Jede Seite endet mit einem klaren nächsten Schritt.
  • Automatische Slider, Autoplay und fremde Einbettungen können fast immer weg.

Die ersten Sekunden: wer, was, wo

Nach einer Auswertung, die die Nielsen Norman Group, ein Beratungsunternehmen für Nutzerfreundlichkeit, 2011 veröffentlicht hat, verlassen Besucher eine Seite oft schon nach 10 bis 20 Sekunden. Wer sie halten will, muss in den ersten zehn Sekunden klarmachen, was sie hier bekommen. Die erste Frage lautet also: Bin ich hier richtig?

Beantworten muss sie der erste Bildschirm auf dem Handy. Seit Juli 2024 liest Google alle Websites nur noch mit seinem Smartphone-Crawler, also so, wie ein Handy sie zeigt. Oben stehen drei Angaben:

  • Wer: Ihr Name, so wie er auf dem Schild steht, und Ihr Logo.
  • Was: ein Satz in den Worten Ihrer Kundschaft. „Meisterbetrieb für Heizung und Bad“ sagt mehr als „Ihr Partner für Qualität“.
  • Wo: Ort oder Einzugsgebiet; wer vor Ort arbeitet, wird mit dem Ort gesucht.

Ein Beispiel im Browser- und im Handyrahmen zeigt die Live-Vorschau auf unserer Startseite.

Was jede Website braucht

Nach dem ersten Bildschirm suchen fast alle Besucher dasselbe:

  • Leistungen als Speisekarte, Preisliste oder Übersicht. Ein Preis oder ein Preisrahmen erspart Ihnen Anfragen, die nicht passen.
  • Kontakt: Telefonnummer, E-Mail-Adresse, bei Bedarf ein kurzes Formular.
  • Öffnungszeiten mit Feiertagen und Betriebsurlaub.
  • Anfahrt: die Adresse, dazu Parkplätze, die nächste Haltestelle und ob der Eingang stufenlos ist.

All das gehört als Text auf die Seite, nicht in ein Bild oder eine PDF-Datei. Google rät davon ab, wichtige Texte in Bilder einzubetten, weil nicht alle Nutzer darauf zugreifen können und Übersetzungswerkzeuge daran scheitern.

Bei uns ist das der Umfang des kleinsten Pakets. S · Präsenz enthält:

  • Moderne One-Page-Website
  • Öffnungszeiten, Kontakt & Anfahrt mit Karte
  • Speise-, Preis- oder Leistungsliste
  • Foto-Galerie
  • Knopf für Anruf, Reservierung oder Termin
  • 4 kleine Änderungen pro Jahr inklusive

Wie viele Seiten Ihr Angebot braucht, klärt One-Pager oder mehrseitige Website; was Ihre Branche zusätzlich braucht, zeigen unsere Branchenseiten.

Vertrauen: echte Fotos, Menschen, Belege

Die zweite Frage stellt niemand laut: Kann ich diesem Unternehmen vertrauen? Beantwortet wird sie durch Belege. Wörter wie „Qualität“ oder „Kompetenz“ stehen auf fast jeder Website und belegen deshalb nichts.

  • Echte Fotos von Räumen, Team und Arbeit. Ein Bild aus einer Bilddatenbank zeigt gerade nicht Ihren Betrieb. Mehr dazu unter Fotos für die Website.
  • Menschen mit Namen, wo es zählt mit Qualifikation wie Meistertitel oder Approbation. Mitarbeitende zeigen Sie nur mit deren Einverständnis.
  • Referenzen: abgeschlossene Arbeiten mit Bild und einem Satz zur Aufgabe.
  • Kundenstimmen, nur echte. Wer Bewertungen zeigt, muss nach § 5b Abs. 3 UWG angeben, ob und wie er sicherstellt, dass sie von echten Kundinnen und Kunden stammen.

Auch Aktualität zählt: Ein Bereich „Aktuelles“ mit Einträgen von vor Jahren lässt fragen, ob es den Betrieb noch gibt.

Der nächste Schritt: ein klarer Knopf auf jeder Seite

Die dritte Frage lautet: Wie geht es weiter? Legen Sie fest, welche Handlung Ihnen Aufträge bringt, und machen Sie genau diese auf jeder Seite leicht. Beim Handwerksbetrieb ist das meist der Anruf, beim Restaurant die Reservierung, beim Salon der Termin.

  • Ein Knopf, kein Link im Fließtext, im ersten Bildschirm und am Ende jeder Seite.
  • Antippen statt abtippen: Die Telefonnummer startet auf dem Handy den Anruf, die Adresse öffnet die Karten-App. Eine Nummer in einem Bild kann das nicht.
  • Kurze Formulare: Name, Kontaktweg und Anliegen reichen. Ein Satz, wann Sie sich melden, zeigt, dass die Anfrage angekommen ist. Mehr dazu unter Kontaktformular gestalten.

Wer Termine vergibt, bindet die Buchung direkt ein; bei uns kostet die Zusatzoption „Online-Terminbuchung“ 9 €/Monat netto (10,71 €/Monat brutto), in L · Plus ist sie enthalten. Mehr dazu unter Online-Terminbuchung auf der Website.

Pflicht und Technik in je einer Zeile

Diese Punkte bemerkt niemand, bis sie fehlen. Jeder hat einen eigenen Artikel:

  • Recht: Impressum nach § 5 DDG und Datenschutzerklärung, beide von jeder Seite erreichbar, und die ganze Website über HTTPS. Siehe die DSGVO-Checkliste.
  • Tempo: Nach Googles Maßstab lädt eine Seite gut, wenn ihr größtes sichtbares Element (Largest Contentful Paint) nach höchstens 2,5 Sekunden dasteht. Siehe PageSpeed Insights verstehen.
  • Barrierefreiheit: gute Kontraste, Bedienung mit der Tastatur, Bilder mit Alternativtext. Siehe die Checkliste zur Barrierefreiheit.
  • Auffindbarkeit: ein eigener Seitentitel und eine Beschreibung je Seite, dazu ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil.

Was Sie weglassen können

Diese Dinge kosten Platz, Ladezeit oder Vertrauen:

  • Automatische Slider. Nutzertests der Nielsen Norman Group zeigen, dass weiterlaufende Bildkarussells stören und oft übersehen werden, weil viele sie für Werbung halten. Die WCAG verlangen für alles, was sich länger als fünf Sekunden von selbst bewegt, einen Weg zum Anhalten (Kriterium 2.2.2). Besser: ein starkes Bild und ein klarer Satz.
  • Autoplay. Chrome und Safari starten Videos mit Ton in der Regel ohnehin erst nach einem Klick, und ein stummes Video im Hintergrund kostet auf dem Handy Ladezeit.
  • „Herzlich willkommen auf unserer Website“. Der Satz steht auf dem wichtigsten Platz der Seite und sagt nichts. Wie es besser geht, zeigt Website-Texte schreiben.
  • Einbettungen, die ein Cookie-Banner erzwingen. Ein Instagram-Feed, ein YouTube-Video oder eine Google-Karte, die mit der Seite lädt, überträgt Daten an den Anbieter, bevor jemand zugestimmt hat. Ein Link oder eine Vorschau, die erst nach einem Klick lädt, genügt meist.
  • Veraltetes: der Besucherzähler, die Seite „im Aufbau“, das Angebot vom letzten Sommer.

Die Checkliste zum Abhaken

  • Im ersten Bildschirm auf dem Handy: Name, Angebot, Ort.
  • Leistungen, wo möglich mit Preisen oder Preisrahmen.
  • Telefonnummer zum Antippen und E-Mail-Adresse.
  • Öffnungszeiten und Anfahrt als Text.
  • Echte Fotos, Menschen mit Namen, Referenzen und echte Kundenstimmen.
  • Auf jeder Seite ein Knopf für den nächsten Schritt.
  • Impressum und Datenschutzerklärung auf jeder Seite verlinkt, alles über HTTPS.
  • Schnell, auf dem Handy bedienbar, gut lesbar.
  • Kein automatischer Slider, kein Autoplay, keine fremden Inhalte ohne Klick, nichts Veraltetes.

Dieser Artikel ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung.

Quellen

Ratgeber

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