Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

One-Pager oder mehrseitige Website? Die Faustregel

Ob eine Seite genügt oder es sechs werden, entscheidet weniger der Geschmack als die Frage, wonach Ihre Kundschaft sucht. Eine Faustregel, typische Aufbauten und der Weg, klein anzufangen und später zu wachsen.

Von TalvesaVeröffentlicht am

Kurz gesagt

  • Ein One-Pager reicht, wenn Sie ein Angebot an einem Ort haben und Ihre Kundschaft im Grunde eine Frage stellt.
  • Eine eigene Seite lohnt sich für jede Leistung, nach der Menschen getrennt suchen, und für jeden Standort, an dem Sie tatsächlich arbeiten.
  • Ein Café mit einem Standort kommt so ohne Unterseite aus, ein Handwerksbetrieb mit drei Gewerken auf etwa sechs.
  • Sie können mit einer Seite anfangen und später Unterseiten ergänzen, ohne die Website neu bauen zu lassen.

Was ein One-Pager ist und wofür er reicht

Ein One-Pager ist eine Website, deren Inhalt auf einer einzigen Adresse steht. Die Navigation führt zu Abschnitten derselben Seite: Angebot, Über uns, Öffnungszeiten, Kontakt. Wer die Seite öffnet, liest sie von oben nach unten wie einen Prospekt.

Das passt gut, wenn Ihr Angebot überschaubar ist und Ihre Besucher alle ungefähr dasselbe wissen wollen. Ein Café mit einem Standort ist das typische Beispiel: Speisekarte, Öffnungszeiten, ein paar Fotos, Anfahrt und ein Knopf zum Reservieren. Niemand muss dafür weiterklicken. Ähnlich ist es bei einer Kosmetikerin mit einem Studio, einem kleinen Verein mit einer Abteilung oder einer Selbstständigen mit einer klar umrissenen Leistung.

Ein One-Pager ist schneller fertig, braucht weniger Text und lässt sich leicht aktuell halten, weil es nur eine Stelle gibt, an der etwas veralten kann.

Wo er an Grenzen stößt

Schwierig wird es in drei Fällen.

  • Mehrere Leistungen. Ein Handwerksbetrieb, der Bäder saniert, Heizungen tauscht und Solaranlagen montiert, spricht drei verschiedene Kundengruppen an. Auf einer Seite konkurrieren die drei Themen um denselben Platz, und jedes bekommt nur ein paar Sätze.
  • Mehrere Orte. Wer zwei Filialen hat, braucht für jede Adresse, Öffnungszeiten und Anfahrt. Auf einer Seite untereinander wird das schnell unübersichtlich.
  • Lange Inhalte. Eine Stellenanzeige, eine ausführliche Leistungsbeschreibung oder eine Referenz mit Fotos machen einen One-Pager so lang, dass das Wichtigste darin untergeht.

Dazu kommt ein technischer Punkt. Google führt eine Seite mit einem Titel und einer Beschreibung im Suchergebnis. Abschnitte, die über einen Anker wie #leistungen erreichbar sind, behandelt Google nicht als eigene Adressen: Laut der Dokumentation von Google Search Central werden solche Fragmente in der URL bei der Indexierung in der Regel nicht berücksichtigt. Ein One-Pager tritt bei Google also mit einem einzigen Eintrag an, egal wie viele Themen er enthält.

Die Faustregel: eine Seite pro Frage bei Google

Überlegen Sie, mit welchen Suchanfragen Menschen Sie finden sollen. Jede Anfrage, die jemand getrennt stellt, verdient eine eigene Seite, die genau diese Frage beantwortet.

  • „Badsanierung Freiburg“ und „Heizung tauschen Freiburg“ sucht selten dieselbe Person im selben Moment. Also zwei Seiten.
  • „Café am Markt Öffnungszeiten“ und „Café am Markt Speisekarte“ fragt dieselbe Person oft kurz hintereinander. Beides gehört auf eine Seite.
  • Eine Seite je Ort nur dort, wo Sie tatsächlich sitzen oder regelmäßig arbeiten, und mit Inhalt, der zu diesem Ort gehört. Viele fast gleiche Seiten, die sich nur im Städtenamen unterscheiden, wertet Google nach seinen Spam-Richtlinien als Brückenseiten (Doorway Pages).

Neben den Suchanfragen gibt es zwei weitere gute Gründe für eine Unterseite: Inhalte, die jemand am Stück lesen will, etwa eine Stellenanzeige, und Inhalte, deren Adresse Sie weitergeben möchten, etwa den Link zur Speisekarte in einem Beitrag bei Instagram. Was auf die Seiten gehört, beschreibt der Artikel Was gehört auf eine Website?; wie die Website zur lokalen Suche beiträgt, steht unter Lokal bei Google gefunden werden.

Wie viele Unterseiten wirklich nötig sind

Die Zahl der Seiten ergibt sich aus der Faustregel. Einige typische Aufbauten, gezählt ohne die Startseite:

Typische Aufbauten und ihre Größe
BetriebAufbauUnterseiten
Café oder Restaurant, ein StandortAlles auf einer Seite: Karte, Zeiten, Galerie, Reservierung, Anfahrtkeine
Handwerksbetrieb mit drei GewerkenJe Gewerk eine Seite, dazu Referenzen, Über uns, Karriereetwa 6
FriseursalonLeistungen mit Preisen, Team, Galerie, Terminetwa 4
Praxis mit vielen BehandlungenJe Behandlungsschwerpunkt eine Seite, dazu Team, Praxis, Neupatienten8 bis 12

Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht, zählen aber in dieser Rechnung nicht mit. Wie wir das je Branche konkret aufbauen, zeigen unsere Branchenseiten, etwa für Gastronomie (S · Präsenz) und Handwerk (M · Business). Die Übersicht aller Branchen steht unter Branchen.

Klein anfangen, später wachsen

Wenn Sie unsicher sind, fangen Sie kleiner an. Eine Seite, die gut gemacht ist und stimmt, hilft mehr als acht Seiten, auf denen die Hälfte „folgt in Kürze“ heißt. Leere oder dünne Unterseiten bringen weder Besuchern noch bei Google etwas.

Wichtig ist, dass die Website das Wachsen erlaubt. Fragen Sie vorher, ob aus einem One-Pager später eine Website mit Unterseiten werden kann, mit derselben Gestaltung und Technik, und was das kostet. Ein guter Zeitpunkt für die zweite Seite ist die Frage, die Ihnen Kundschaft am Telefon immer wieder stellt: Sie zeigt, wonach gesucht wird.

Behalten Sie beim Umbau die bestehende Adresse der Startseite. Aus den Abschnitten des One-Pagers werden dann eigene Seiten, und die Startseite fasst sie kurz zusammen und verlinkt darauf.

Was die Größe bei Talvesa kostet

Unsere Staffel schneidet genau an diesen Grenzen. S · Präsenz ist ein One-Pager für 34,90 € (brutto 41,53 €) im Monat. M · Business hat bis zu 6 Unterseiten für 59,90 € (brutto 71,28 €), L · Plus bis zu 12 für 89,90 € (brutto 106,98 €). Braucht Ihre Website eine oder zwei Seiten mehr, als das Paket enthält, kostet jede weitere Unterseite 8 € im Monat (brutto 9,52 €), in den Paketen Präsenz und Business. Über 12 Unterseiten hinaus beginnt das Paket „Individuelle Website“, ab 129 € (brutto 153,51 €) im Monat. Alle Beträge netto, die Bruttobeträge in Klammern.

Wachsen ist ein Paketwechsel und keine neue Website: In ein größeres Paket wechseln Sie jederzeit zum nächsten Monat. Mit 12 Monaten Laufzeit fällt dabei keine neue Einrichtung an, ohne Laufzeit einmalig die Differenz zur Einrichtung des größeren Pakets. Welche Größe zu Ihnen passt, rechnet der Paket-Finder auf unserer Paketseite aus Ihren Angaben aus.

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