Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Homepage-Baukasten oder Webdesigner?

Mit einem Baukasten steht eine Website schnell und für einen kleinen Monatspreis. Was in keinem Tarif steht, sind Ihre eigenen Stunden und der Aufwand, wenn Sie später umziehen wollen. Eine Entscheidungshilfe, die in Stunden rechnet statt in Euro.

Von TalvesaVeröffentlicht am aktualisiert am

Kurz gesagt

  • Ein Baukasten stellt Vorlagen und Server. Aufbau, Texte, Fotos, Rechtstexte, Cookie-Einstellungen und die Prüfung auf dem Handy bleiben bei Ihnen.
  • Der Tarif ist die kleinere Rechnung. Wer über die Website Anfragen gewinnen will, zählt die eigenen Stunden mit.
  • Die bekannten Baukästen lassen die fertige Website nicht als Dateien mitnehmen. Ein Umzug ist deshalb ein Neubau.
  • Für einen Nebenerwerb, eine Testphase oder mit Freude an der Technik passt der Baukasten. Der Mittelweg ist eine gestaltete Website zum festen Monatsbeitrag, bei Talvesa ab 34,90 € im Monat netto (41,53 € brutto).

Was ein Baukasten kann und was er Ihnen überlässt

Ein Homepage-Baukasten wie Wix, Jimdo oder Squarespace ist Software im Browser: Sie wählen eine Vorlage, setzen Texte und Bilder ein, und der Anbieter stellt Server, Sicherheitsupdates und die verschlüsselte Verbindung. Eine erste Seite kann am selben Abend online sein. Das ist die Stärke des Baukastens.

Was eine Website zu Ihrer macht, bleibt dagegen Ihre Aufgabe:

  • Aufbau: welche Seiten es gibt und wo der Knopf für Anruf oder Anfrage sitzt. Was hineingehört, steht im Artikel Was gehört auf eine Website?
  • Texte: was Sie anbieten, für wen und wo. Die Platzhalter der Vorlage passen zu jedem Unternehmen und damit zu keinem.
  • Fotos: eigene Bilder von Betrieb, Team und Arbeit.
  • Rechtstexte: Impressum und Datenschutzerklärung, passend zu dem, was die Seite tatsächlich einbindet.
  • Cookie-Einstellungen: welche Dienste laden, bevor jemand zugestimmt hat (siehe unsere DSGVO-Checkliste).
  • Suchmaschinen: Seitentitel, Beschreibungen und Bildbeschreibungen. Die Felder gibt es, ausfüllen müssen Sie sie.
  • Handyansicht: Google nimmt für die Suche die mobile Fassung einer Website als Grundlage. Im Wix Editor etwa hat sie einen eigenen Bearbeitungsmodus; ob jede Seite auf dem Telefon stimmt, prüfen Sie selbst.

Die Rechnung, die im Tarif fehlt

Baukästen werden nach ihrem Monatspreis verglichen. Die größere Rechnung sind Ihre Stunden. Setzen Sie für jeden Punkt der Liste eine ehrliche Schätzung an: den Text über Ihre Leistungen, der nicht nach Vorlage klingt, die Fotos, die erst noch entstehen müssen, die Prüfung, welcher Dienst Daten an wen überträgt. Beim ersten Mal kommt die Zeit dazu, in der Sie lernen, wie es geht.

Die Summe multiplizieren Sie mit dem Stundensatz, den Sie Ihrer Kundschaft berechnen. Oder Sie rechnen in Arbeitstagen: Zwanzig Stunden sind zweieinhalb Tage, an denen Sie nicht im Betrieb, in der Praxis oder auf der Baustelle stehen. Danach ist die Website gebaut, aber nicht fertig: Öffnungszeiten und Preise ändern sich, und jeder neue Dienst ist eine Frage an die Datenschutzerklärung.

Auch der Tarif wächst oft mit. Die kostenlosen Stufen zeigen Werbung des Anbieters und laufen unter dessen Adresse, erkennbar an wixsite.com oder jimdosite.com. Eine eigene Domain gibt es erst im bezahlten Tarif, und Terminbuchung, Shop oder mehrere Sprachen stecken häufig in höheren Stufen. Vergleichen Sie den Tarif, den Ihre Website in zwei Jahren braucht, und nicht den günstigsten Einstieg.

An die Plattform gebunden: Umziehen heißt neu bauen

Ein Baukasten läuft nur auf den Servern seines Anbieters, und die Hilfe-Seiten sagen das offen. Wix schreibt, dass sich Seiten aus seinem Editor weder exportieren noch anderswo betreiben lassen. Jimdo bietet keine Funktion, mit der Sie selbst eine Sicherung Ihrer Website erstellen. Squarespace exportiert einen Teil der Inhalte als Datei für WordPress, das Design und etwa Shopseiten aber nicht.

Wird die Seite zu klein, der Tarif zu teuer oder fehlt eine Funktion, kopieren Sie Texte und Bilder also von Hand und bauen die Website anderswo neu. Die Stunden vom Anfang fallen ein zweites Mal an.

Die Domain ist davon getrennt. Eine .de-Domain zieht mit einem Providerwechsel-Code, der AuthInfo, zu einem anderen Anbieter um; anfordern kann ihn, wer als Inhaber eingetragen ist. Prüfen Sie deshalb vor dem Abschluss, auf wen die Domain registriert wird.

Was ein Webdesigner anders macht

Ein Webdesigner übernimmt die Liste vom Anfang und beginnt einen Schritt früher, mit einem Konzept: Wer besucht die Seite, was soll diese Person danach tun, und was unterscheidet Sie von den Betrieben, die bei Google neben Ihnen stehen? Daraus folgen Aufbau und Gestaltung. Die Texte entstehen mit Ihnen, und Ladezeit, Handyansicht, Suchmaschinen und Datenschutz sind eingerichtet, bevor die Seite online geht. Danach kennt eine Person Ihre Website, wenn etwas nicht funktioniert.

Das kostet mehr als ein Baukasten-Tarif, und für Änderungen brauchen Sie jemanden, solange Sie die Inhalte nicht selbst pflegen. Fragen Sie deshalb, was eine Änderung kostet und wie schnell sie umgesetzt wird, und ob Sie Ihre Inhalte beim Abschied mitnehmen. Mehr dazu im Artikel Website mieten oder kaufen?

Wann der Baukasten die richtige Wahl ist

Der Baukasten passt, wenn

  • Sie ein Angebot im Nebenerwerb zeigen, das wenige Anfragen braucht,
  • Sie eine Idee erst ausprobieren wollen,
  • Ihnen Gestaltung und Technik Freude machen und Sie die Abende gern dafür hergeben,
  • die Seite eine Visitenkarte ist, die sich selten ändert.

Bauen lassen passt, wenn

  • die Website Anfragen, Termine oder Aufträge bringen soll,
  • Ihre Stunden im Betrieb mehr wert sind als am Rechner,
  • Sie Technik und Datenschutz abgeben möchten,
  • die Seite mit Ihrem Unternehmen wachsen soll.

Beides geht auch nacheinander. Wer mit einem Baukasten testet und merkt, dass die Idee trägt, plant den Neubau dann bewusst ein.

Der Mittelweg: gestaltet, zum festen Monatsbeitrag

Zwischen Baukasten und einmaligem Auftrag liegt die gemietete Website. So arbeiten wir bei Talvesa. Jedes Paket enthält für einen festen Monatsbeitrag ein eigenes Design statt einer Vorlage, Hosting in Deutschland, die Einrichtung für Suchmaschinen und persönliche Betreuung. Kleine Änderungen sind enthalten; wer Texte und Preise selbst ändern möchte, bucht Selbst pflegen (9 €/Monat, brutto 10,71 €).

Das Paket S · Präsenz kostet 34,90 € im Monat (brutto 41,53 €). Mit 12 Monaten Laufzeit kostet die Einrichtung 0 €, danach ist das Paket monatlich kündbar; wer von Anfang an monatlich kündbar bleibt, zahlt sie einmalig, je nach Paket 99 € bis 299 € (brutto 117,81 € bis 355,81 €). Alle Preise netto zuzüglich Umsatzsteuer, die Bruttopreise in Klammern. Die Domain läuft auf Ihren Namen, und wer kündigt, bekommt Texte und Fotos mit. Die Zusagen dazu stehen unter Fair gemietet. Wie Ihre Website aussehen könnte, zeigt die Live-Vorschau.

Stand der Angaben zu den Baukästen: September 2026.

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